Warum die Champagne die Handlese benötigt

Champagne Lese VendangeDie Champagne ist das einzige Weinanbaugebiet weltweit, bei der die Handlese gesetzlich vorgeschrieben ist. Es gibt für die Champenois zwei Hauptgründe, warum die maschinelle Lese noch kein Einzug gehalten hat.

Erstens sollen die Trauben soweit wie möglich geschont werden, da in der Champagne auch rote Rebsorten (Pinot Noir und Pinot Meunier) zum Einsatz kommen, möchte vermieden werden, dass die Trauben bereits während der Lese angequetscht werden. Dies hätte nicht nur eine unerwünschte Oxidation zur Folge. Viel schlimmer wäre die Auswirkung der gelösten Anthocyane (Farbstoffe) die sich in der Beerenhaut befinden und bei der Weinbereitung unerwünscht sind. Außer es wird ein Rosé-Champagner, Coteaux Champenois Rouge oder ein Rosé des Riceys produziert.

Zweitens ist vor allem der das Geschmacksprofil der Grundweine sehr wichtig, daher gilt auch immer noch das aus 4.000kg Trauben 2.550l Most gepresst werden darf. Daher möchte man auch in diesem Fall die Trauben, soweit wie möglich schonen. Dies hat auch zur Folge, dass die ersten 100l der Pressung in die Taille oder noch öfter in die Rebêche fließen. Bei der folgenden Cuvée, die folgenden 2.050l der Pressung, wird vor allem der Saft aus der mittleren Beerenzone gepresst, dieser ist sehr reich an Inhaltsstoffen und Aromen und weißt einen höheren Säurewert auf, als die auf die Cuvée folgende Taille, die letzten 500l der Pressung, die zur Champagnebereitung genutzt werden darf. Da eine Ganztraubenpressung erfolgt und Tannine und andere Gerbstoffe bei der Weinbereitung in der Champagne unerwünscht sind, außer beim Coteaux Champenois Rouge, möchte man so viel Kontrolle wie möglich über das Traubenmaterial haben. Daher ist man in der Champagne noch nicht bereit mit Vollerntern lesen zu lassen, da bisher die gewünschte Unversehrtheit der Trauben nicht gewährleistet werden kann.

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