Réseau Matu in der Champagne 2015

Reseau Matu 2Im Beitrag der letzten Woche, wurde bereits das Thema Réseau Matu kurz angeschnitten. Heute möchte ich nochmals genau darauf eingehen, warum es so wichtig ist, in der Champagne den genaue Lesezeitpunkt so zu planen. Das Réseau Matu System, nahm 1950 seinen Anfang und konnte sich allerdings erst im Jahre 1987 richtig durchsetzen und ist seitdem aber ein unverzichtbares Element der Vorbereitung für die Lese.
Bei der Réseau Matu werden durch circa 500 Winzern in über 450 Parzellen, die über das komplette Anbaugebiet der Champagne verteilt sind, alle paar Tage Proben von Trauben gezogen. Die Proben werden unter verschiedenen Parametern ausgewertet und die daraus resultierenden Daten werden an das Comité Champagne (früher als das CIVC bekannt) weitergeleitet. Innerhalb des Comité Champagne, kann durch den Verlauf der bereitgestellten Daten, für jede Gemeinde und Rebsorte ein genauer Lesebeginn festgelegt werden.
Die folgenden Daten werden bei den Teams für die Réseau Matu erfasst: Besitzer der Parzelle, Name der Parzelle, wann wurden die Reben gepflanzt (nicht verpflichtend), Name der Gemeinde (durch Initialen abgekürzt), Rebsorte (in diesem Beispiel, nur Pinot Noir und Chardonnay), die Anzahl der Trauben pro Rebstock, Gesamtgewicht der Trauben pro Rebstock, Durchschnittsgewicht der Trauben, Temperatur, die Dichte des Mostes, Säuregehalt im Most, potenzieller Alkoholgehalt des Mostes, Botrytis und prozentualer Botrytisbefall. Bei diesen Proben lag der der durchschnittliche potenzielle Alkoholgehalt bei 5,5 Vol.% beim Pinot Noir und 4,3 Vol.% beim Chardonnay. Im Normalfall versuchen die Winzer einen potenziellen Alkoholgehalt von 10 Vol.% zu erreichen, bevor mit der Lese begonnen wird. Damit sieht man schon an diesem Beispiel das noch Trauben bis zur Lese zulegen müssen. Für die Champagne-Bereitung ist das Zucker/Säure-Verhältnis von enormer wichtigkeit, daher muss lang genug mit der Lese gewartet werden, dass sich genug Zucker für den gewünschten Mindestalkoholgehalt gebildet hat, aber nicht zu lang, sodass die Säure in der Traube zu stark abgebaut wurde.
Das Wetter der letzten Tage hat sich deutlich abgemildert mit wiederkehrenden Schauern, dadurch herrschen nun gute Voraussetzungen für des weitere Wachstum der Trauben.
Reseau Matu 1
Foto: © Jiles Halling

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