Pinot Meunier

Das fünflappige Blatt des Pinot Meunier ist an der Unterseite besonders stark behaart.

Das fünflappige Blatt des Pinot Meunier ist an der Unterseite besonders stark behaart.

Pinot Meunier ist eine Mutation des Pinot Noir, die auf das 16. Jahrhundert zurückgeht. In den letzten vierzig Jahren ist es zu einer grundlegenden Neueinschätzung des Pinot Meunier gekommen. Winzer wie Champagner-Häuser sind heute mehr als früher bereit, den kommerziellen Nutzen einer Rebsorte zuzugeben, die früher in den Werbeschriften einiger berühmter Firmen durch konsequente Nichterwähnung auffiel.
Pinot Meunier ist seinem edleren Verwandten in vieler Hinsicht ähnlich, doch die Eigenschaften der aus ihm erzeugten Weine sind weniger ausgeprägt.
Nur in der Champagne hat sich diese Rebsorte als so erfolgreich erwiesen. Sie ist ertragreicher und leichter zu ziehen als Pinot Noir, und da sie später austreibt, ist sie auch weniger frostgefährdet; deshalb wird sie vor allem im Marnetal so viel angebaut.

Wie alle Champagnersorten zeichnet sich auch Pinot Meunier durch frühe Reife aus, was jedoch häufig Echten Mehltau und Grauschimmel mit sich bringt.
Pinot-Meunier-Reben sind im Weinberg leicht an ihren Blättern zu erkennen, die tiefe Einbuchtungen, ausgeprägte Lappen und weiße Unterseiten aufweisen, von denen sich der Name „meunier“ oder „Müller“ ableitet, da sie wie mit Mehl bestäubt aussehen. Die jungen Triebe sind deutlich braunrot gefärbt und mit einem natürlichen Flaum überzogen; die Nodien sind unauffällig, die Beeren klein, rund, dickschalig und schwarzblau und hängen in lockeren Trauben.

Der Pinot Meunier ergibt ehrliche, fruchtige Weine, die angenehm und süffig sind. Was diesen Weinen jedoch fehlt, sind die Tiefe, die Eleganz und die Ausgeprägtheit des Pinot Noir; ihre charakteristischen Eigenschaften erreichen früh ihren Höhepunkt und verschwinden dann sehr rasch wieder.

Champagner mit hohem Anteil an Pinot Meunier besitzen häufig einen erdigen Fruchtgeschmack, und wenn die Trauben von weniger begünstigten Lagen stammen, können sie ein deutlich süßes Aroma aufweisen, das an Konditorware erinnert. Doch für die Herstellung eines relativ preiswerten, früh trinkbaren Champagners ist die sinnvolle Beimischung von qualitativ hochstehendem Pinot Meunier in einer Cuvée unerlässlich und macht sich bei einer Weinprobe sofort vorteilhaft für Nase und Gaumen bemerkbar.

Alte und zeitgenössische Synonyme: Auvernat Gris; Blanc Meunier; Blanche Feuille; Blaue Postitschtraube; Favineux Noir; Gris Meunier; Meunier; Morillon Tacone; Müllerrebe; Schwarzriesling.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *