Kein Degorgierdatum auf dem Rückenetikett bei Champagne Lenoble

Champagne AR Lenoble Intense RückenetikettChampagne AR Lenoble präsentierte jüngst sein redesigntes Rückenetikett und zeigt damit wieviel Informationen Sie dem Kunden Preis geben möchte, wobei das Degorgierdatum klar nicht zu diesen Daten gehört.
Bei Lenoble ist man der Überzeugung, das Transparenz sehr wichtig ist und daher werden Informationen wie Rebsorten, Dosage in Gramm pro Liter, die verwendeten Crus, die verwendeten Jahrgänge der Grundweine, wann die Grundweine für die zweite Gärung auf die Flasche kamen und ob die Grundweine im Holz ausgebaut wurden, auf dem neuen Rückenetikett kommuniziert.
Mit dem neuen Rückenetikett bezieht man nun ganz klar Stellung zur aktuellen Debatte, ob das Degorgierdatum verpflichtend auf das Label gehört oder nicht, damit der Käufer weiß, wie lang der Champagner bereits auf der Flasche ohne Feinhefe reift.
Degorgieren ist das Entfernen der Heferückstande, welche nach der zweiten Gärung langsam absterben und sich in der Flasche als Trub absetzen. Der Zeitpunkt des Degorgierens hat einen starken Einfluss auf den Geschmack des Champagners, da durch das Degorgieren die Autolyse der Hefezellen unterbrochen wird und so keine weiteren Aromen (durch Proteine, Aminosäuren und flüchtige Verbindungen) mehr eingetragen werden. Weiterhin reift der Champagner nach dem Degorgieren deutlich schneller, als auf der Hefe und so ist gerade beim Brut sans Année ein relativ zeitnaher Genuss gefragt.
Antoine Malassagne, Außenbetriebsleiter und Kellermeister bei Champagne AR Lenoble, ist der Meinung, dass man Champagner nicht nur auf Zahlen reduzieren sollte und damit vielleicht sogar den Kunden einfach überfordert.
Champagne AR Lenoble setzt dabei den Kellertechnischen-Aspekt in den Vordergrund, wie Christian Holthausen erklärt, Fünf verschiedene Maisons, aus 5 verschiedenen Gemeinden in der Champagne, können einen Champagner auf die gleiche Weisen produzieren, aber bei jedem dieser 5 Champagner wäre ein anderes Degorgierdatum, der optimale Zeitpunkt. Das Abfülldatum ist für mich eigentlich wichtiger als das Degorgierdatum, sagte er und fügte hinzu, durch das Abfülldatum kann bestimmt werden, wie lang der Champagner auf der Hefe lag.
Frederic Panaiotis, Kellermeist von Dom Ruinart, sprach sich auch gegen das Degorgierdatum auf dem Rückenetikett bei Non-Vintage Champagner aus.
Wohingegen einige Häuser wie z.B. Bruno Paillard, das Degorgierdatum auf das Rückenetikett drucken, da der Champagner sein Geschmacksprofil in den ersten Monaten nach dem Degorgieren nochmals deutlich ändern könnte. Bei Champagne Bollinger findet man das Degorgierdatum ab dem La Grande Année auf jedem Rückenetikett, bei Champagne Krug erlaubt es die KRUG ID, dies festzustellen.
Es gab in den letzten Monaten beim Comité Champagne viel Gesprächsstoff, ob eine Mindestruhezeit nach dem Degorgieren verbindlich werden soll.
Bei Lenoble verbringt der Champagner nach dem Degorgieren, noch zwischen vier und sechs Monaten in den Kellern, um sein Geschmacksprofil wieder zu stabilisieren. Bei Taittinger geht man einen anderen Weg und probiert den Champagner solange wie möglich auf der Hefe zu lagern und Degorgiert eher nach Verbrauch und gibt dem Champagne dann noch 2 bis 3 Monate Zeit sich zu stabilisieren.

Foto: © Champagne AR Lenoble

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