Erträge und Reserve

Für die AOC Champagne sind durch das INAO grundsätzlich zwei Ertragsmengen festgelegt: der Basisertrag (le rendement de base) von 12.400 kg/ha (10.400 kg/ha vor 2007) und der Höchstertrag (le rendement maximum) von 15.500 kg/ha (13.000 kg/ha vor 2007), der sich aus einem Zuschlag von 25% zum Basisertrag ergibt. Die Erhöhung von 13.000 auf 15.500 kg/ha soll in guten Jahren ausreichende Rückstellungen für die Reserve gewährleisten. Auf Vorschlag des CIVC und nach Prüfung durch das INAO legt das Landwirtschaftsministerium jedes Jahr durch Erlass eine Höchstmenge fest (le rendement annuel). Diese kann – je nach Erntebedingungen – unter oder über dem Basisertrag liegen, soll aber die Grenze von 15.500 kg/ha nicht überschreiten. Die festgelegte Höchstmenge muss ein Betrieb im Mittel enthalten. Auf zwei gleich großen Parzellen darf man z.B. auf der einen 120 % der zulässigen Menge, auf der anderen 80 % lesen. Ein gepachteter Weinberg zählt dabei wie ein weiterer Betrieb. Der CIVC unterteilt die Höchstmenge in die für die Verarbeitung verfügbare Menge (le rendement disponible, le rendement AOC, 2005 z.B. 11.500 kg/ha) und in die Rückstellung für die Reserve (bis 2006 réserve qualitative, auch Sonderreserve genannt, 2005 z.B. 1.500 kg/ha). In schlechten Jahren entfallen die Rückstellungen für die Reserve (z.B. 2006).
Bei Bedarf gibt der CIVC bestimmte Mengen der Reserve frei (déblocage collectiv, 2007 z.B. 1.600 kg/ha). Nach dem ertragsschwachen Jahr 2003 (31.200 ha Ertragsfläche, verfügbare Menge 11.400 kg/ha, im Mittel 8.300 kg/ha geerntet) konnten 2004 nur mit Hilfe der Reserve genügend Flaschen produziert werden. Für die Menge der zurückgestellten Reserve gelten u.a. folgende Kriterien: Qualität sowie Quantität des Jahrgangs, Bestandssituation in den Kellern und Nachfrage am Markt.
Auf Vorschlag des CIVC und nach Genehmigung des INAO trat 2007 das Projekt der individuellen Reserve in Kraft (réserve individuelle, an Stelle der qualitativen Reserve). Jeder Winzer darf nun im Rahmen der jährlich erlaubten Rückstellungen seine Reserve auf maximal 8.000 kg/ha aufstocken und individuell freigeben. Die Freigabe muss der Winzer (das Haus) beim Verband beantragen und der CIVC die Freigabe beschließen. Der CIVC behält die Kontrolle über die jährliche Verkaufsmenge. Eine Freigabe kann erfolgen, wenn der Betrieb die verfügbare Menge, z.B. 12.400 kg/ha im Jahr 2007, nicht erreicht, die Ertragsfläche reduziert oder der Winzer den Betrieb aufgibt. Das Instrument der “déblocage collectiv“ bleibt erhalten. Kollektive Freigaben werden auf die 8.000 kg/ha angerechnet.

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