Eine kleine Geschichte zum Echelle des Crus

Das Echelle des Crus, welches 1911 verfasst wurde, erhielt natürlich auch immer wieder einige Modifikationen, wobei 1920 und 1935 wohl die signifikantesten Änderungen getätigt wurden.

Gemeinden die 1911 mit 100% bewertet wurden:
Ambonnay, Avize, Aÿ, Beaumont-sur-Vesle, Bouzy, Mailly, Sillery, Tours-sur-Marne und Verzenay

Gemeinden die 1920 mit 100% bewertet wurden:
Ambonnay, Avize, Aÿ, Beaumont-sur-Vesle, Bouzy, Cramant, Louvois, Mailly, Sillery, Tours-sur-Marne und Verzenay

Gemeinden die 1935 mit 100% bewertet wurden:
Ambonnay, Avize, Aÿ, Beaumont-sur-Vesle, Bouzy, Chouilly, Cramant, Le Mesnil-sur-Oger, Louvois, Mailly, Oger, Oiry, Puisieulx, Sillery, Tours-sur-Marne, Verzenay und Verzy

Champagne Nicolas Feuillatte Grand Cru Blanc de Noirs Brut MillésimeAb 1936 war es auch erlaubt in den mit 100% bewerteten Gemeinden den Begriff „Grand Cru“ und den mit 90 bis 99% bewerteten Gemeinden „Premier Cru“ auf den Etiketten zu nutzen, falls die Trauben für den Champagner zu 100% aus den so bewerteten Gemeinden stammen. Das bedeutet bei Grand Cru, müssen die Trauben zu 100% aus Grand Cru Gemeinden stammen. Wenn ein Teil dabei aus Premier Cru Gemeinden stammen würde, wäre nur noch Premier Cru erlaubt. Falls Trauben aus einer Gemeinde genutzt werden, die mit 89% oder weniger bewertet ist, darf keiner dieser beiden Begriffe mehr auf dem Etikett verwendet werden.
Die Bewertungen der Gemeinden sind dabei sehr einfach gehalten und sprechen nur von weißer oder roter Rebsorte oder beide. Natürlich sind die vorherrschenden Rebsorten Pinot Noir und Chardonnay, aber aufgrund dieser Ungenauigkeit ist es natürlich auch möglich einen Grand Cru Champagner aus Pinot Meunier oder Pinot Blanc zu produzieren.
Wobei zu beachten ist, dass wenn man zum Beispiel einen Premier Cru oder Grand Cru Champagner aus Pinot Meunier machen möchte, das der Rebschnitt nicht der Vallée de la Marne-Erziehung entsprechen darf, da diese nicht für Premier Cru und Grand Cru zugelassen ist, aber als typischer Rebschnitt für den Pinot Meunier genutzt wird.

Durch dieses Schlupfloch können Sie zum Beispiel den Les Champs de Romont Grand Cru Brut von Champagne Moët & Chandon probieren. Der aus der Gemeinde Sillery stammt und zu 100% aus Trauben der Rebsorte Pinot Meunier besteht. Dies ist möglich weil Sillery eine Grand Cru Gemeinde ist und der Pinot Meunier nicht mit der Vallée de la Marne-Erziehung beschnitten wurde.
Sillery mit seinen 92,1 ha unter Ertrag (2013) ist mit 52,9 ha Chardonnay (57,5%), 30,5 ha Pinot Noir (33,2%) und 8,7 ha Pinot Meunier (9,3%) bepflanzt.
Als 2003 das Echelle des Crus außer Kraft gesetzt wurde, gab es zwei Gemeinden die unterschiedliche Bewertungen für weiße und rote Trauben hatten. Tours-sur-Marne hatte den Grand Cru Status für rote Trauben und den Premier Cru Status für weiße Trauben, sowie Chouilly den Grand Cru Status für weiße Rebsorten hatte und den Premier Cru Status für rote Rebsorten.
Mit der Abschaffung war es den Grand und Premier Crus Gemeinden trotzdem weiterhin erlaubt, dies auf Ihren Etiketten zu verwenden. Für die beiden vorgenannten Gemeinden trat dann ein Sonderfall ein und sie durften sich Ihren Cru Status aussuchen, wobei sich beide natürlich für den Grand Cru entschieden. Aber diese Entscheidung war für beide Gemeinden noch weitreichender als reine Formsache auf dem Etikett. So dürfen nun aus Chouilly auch rote Rebsorten und Tours-sur-Marne auch weiße Rebsorten verwendet werden und es ist trotzdem ein Grand Cru Champagner. Vor 2003 hätte man in beiden Fällen die Abstufung auf Premier Cru in diesem Fall hinnehmen müssen. Zwar ist dies rechtlich natürlich komplett einwandfrei, aber die meisten Champagne-Enthusiasten und Experten haben das Echelle des Crus immer noch im Hinterkopf.

Foto: © Champagne Nicolas Feuillatte

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