Ein Blick auf… Champagne Salmon

Champagne Salmon Blog 1Das beschauliche Weingut Salmon wurde im Jahr 1958 von Michel Salmon gegründet und umfasst heute 10 Hektar. 2010 übernahm der damals 27-jährige Alexandre Salmon von seinem Vater Olivier die Geschicke des Weinguts. Alexandre, der das Gut nun in 3. Generation führt, ist der erste der drei Winzer der ein Weinbau-Studium genossen hat. Er möchte das ihm vermittelte Wissen in das Weingut einfließen lassen und so nochmals richtig durchstarten.
Champagne Salmon ist im circa 20 Kilometer südwestlich von Reims gelegenen Chaumuzy beheimatet, im Vallée de la Marne, zwischen Vrigny und Damery, wenn man es grob betrachtet. Dort durchleben momentan 300.000 Flaschen ihre Reife auf der Feinhefe und warten auf Ihr Dégorgement. Es werden knapp unter 100.000 Flaschen jährlich vermarktet. Die Einführung auf dem deutschen Markt wurde von Nils Lackner, dem ehemaligen Sommelier der Sansibar, begleitet, der heute auch als Brand Ambassador für Deutschland und Österreich zuständig ist.
Chaumuzy, wie auch der umliegende Teil des Vallée de la Marne, ist prädestiniert für Pinot Meunier. Die so oft unterschätzte Rebsorte profitiert von dem dortigen lehm- und kalkhaltigen Boden und kann deshalb zur Höchstform auflaufen.
Champagne Salmon Blog 3Die in Familienbesitz befindlichen 10 Hektar Rebfläche sind mit fünf Hektar Pinot Meunier, einem Hektar Chardonnay und vier Hektar Pinot Noir bestockt. Bei Salmon versteht man sich auch besonders auf die alten Pinot Meunier Reben einzugehen und einen cremigen Charme mit feiner Zitrusnote und vollem Körper herauszukitzeln. Bei der Arbeit im Keller, wie auch im Weinberg wird auf einen organischen Stil geachtet. Um die Bodenkrume zu schonen und Ihr so Luft zum Atmen zu geben finden daher im Außenbetrieb so viele Arbeiten wie möglich mit dem Pferd statt. Im Keller kommt eine traditionelle Coquard Champenois-Presse aus den 50ern zum Einsatz, wie man sie nur noch selten findet und nicht mal mehr hundert Stück in der Champagne genutzt werden. Die Trauben werden damit sehr schonend gepresst und man erhält delikate Aromen, die mit den Membranpressen kaum möglich wären, ohne gleichzeitig Bitterstoffe zu lösen.
Bei der Auswahl der Gärbehälter geht die Familie Salmon auch Ihren eigenen Weg. So wird ein erheblicher Teil der Grundweine im Holz ausgebaut anstatt im Edelstahltank.
Champagne Salmon Blog 2Besonders stolz ist Alexandre auf seine Fässer aus Eichenholz, welches von den Wäldern direkt neben seinen Weinbergen stammt, in denen die Grundweine spontan vergären dürfen (die Grundweine für die Cuvée A.S. und Cuvée Spécial Club werden spontan im Holz vergoren, für die anderen Cuvées wird der Edelstahltank genutzt und dort auch zum Teil mit Reinzuchthefen gearbeitet). Die Holzfässer werden nach seiner Vorstellung gefertigt, so kann er die genaue Form, Größe, Toasting-Grad und weitere Feinheiten mit beeinflussen. Mit dieser Liebe zum Detail und dem Willen, höchstmögliche Qualität zu erreichen, ist es Alexandre in kurzer Zeit gelungen Champagner mit Persönlichkeit zu kreieren und Champagne Salmon nochmals einen Schritt nach vorne zu bringen.

Den Anfang der Range bei Champagne Salmon bestreitet die Cuvée 33,33, die wie der Name es verrät sich aus der klassischen 1/3 Assemblage aus Pinot Meunier, Chardonnay und Pinot Noir zusammensetzt und eine Dosage von 9 g/l besitzt, die ihr sehr gut steht. Sie wirkt golden und anmutig mit einem Hauch von grünen und pinken Reflexen, die Nase ist zu Beginn etwas Pinot Noir lastig mit Kirschen, Himbeeren und Orangenzeste. Die Cuvée gewinnt mit der Zeit im Glas und wird dabei noch breiter, ohne ihre Frische zu verlieren. Der Abgang gestaltet sich sehr angenehm mit Noten von Pfirsich, Mango und Mandeln.
Den nächsten Schritt macht der 100% Meunier, wobei der Name Programm ist und sein Versprechen somit auch einlöst. Der in Richtung leichtes Bernstein gehende Champagner ist geprägt von Meunier und kann nach einer kurzen Phase im Glas, in der er fast etwas diskret und zurückhaltend wirkte, mit Mandarine-, Pfirsich- und Mirabellen-Noten aufwarten. Sein Spiel zwischen Säure und angenehmer Frucht im Mund machen ihn zu Everybody’s Darling. Sein langer Nachhall wird begleitet von Zitrusfrüchten und Steinobst.
Champagne Salmon Blog 4Beim 100% Meunier Rosé wurde wie beim 100% Meunier ein Blanc de Noir produziert, wobei dem Rosé zusätzlich 15% Rotwein aus Pinot Meunier zugestanden wurden, die im gebrauchten Holz vergärten, um eine oxidative Note mit ins Spiel zu bringen. Mit 10 g/l, ist die Dosage um 1 g Zucker mehr pro Liter höher als beim 100% Meunier. Es herrscht ein Altrosa vor mit orangenen Reflexen. Es dominieren rote Früchte wie Johannisbeere, Kirsche und Granatapfel, die von einer gut eingebundenen Säure begleitet werden und die auch im Nachklang deutliche Adstringenz mit sich bringt.
Die Cuvée A.S. kommt nun komplett ohne Meunier daher, wird aber dem Stil des Hauses vollkommen gerecht. Die 50% Pinot Noir stammen aus dem Jahrgang 2009 und die 50% Chardonnay durften sogar noch ein Jahr länger im 200-Liter-Holzfass verbringen und stammen somit aus dem Jahrgang 2008. Alexandre gibt den Grundweinen gern auch mehr Zeit, ehe Sie seinen gewünschten Stil erreicht haben und bereit für die Assemblage sind. Die Aromatik wird bei diesem Champagner, der 80 Monate auf der Feinhefe verbracht hat deutlich anspruchsvoller, mit kandierter Zitrone, leichter Vanille und Gewürznoten. Das Holz bringt auch noch Karamell, Zeder und etwas Minze mit ins Spiel. Die Säure der Cuvée A.S. vollendet diesen Champagner außerordentlich gut, er darf auch gern dekantiert werden, um sein volles Potenzial zu zeigen.
Mit Cuvée Spécial Club Millésime 2009 hat Alexandre für seine erste Spécial Club Cuvée sehr viel vorgelegt und konnte auch schon großes Lob und Preise einheimsen. Sie hat noch großes Lagerpotenzial und befindet sich in einer noch recht frühen Phase der Reife. In der Nase gibt der Chardonnay den Ton an und wartet mit Zitrusnoten auf, gefolgt von Ananas und Mango. Im Mund bringt der Spécial Club noch zusätzlich gelbe Früchte und eine angenehme Mineralik mit ein, die durch die Säure noch etwas aufgepeppt wird. Der Nachhall gestaltet sich ausgesprochen lang und elegant, ohne dabei schwerfällig zu wirken. Man kann nur empfehlen sich noch ein paar Flaschen von den 3.000 die es auf den weltweiten Markt geschafft haben zu sichern und Ihnen gern noch etwas Zeit zur Reife zu geben, damit man bei dieser Entwicklung von einem großen zu einem sehr großen Champagner dabei sein darf.

Foto: © Champagne Salmon

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