Ein Blick auf…
Champagne Pommery

Pommery-Logo-BlogIm Jahre 1836 übernahm Narcisse Greno das Haus Dubois-Gossart, änderte den Firmennamen zuerst in Dubois & Greno und dann in N. Greno & Cie um. 1856 wurde Louis Alexandre Pommery als Teilhaber aufgenommen und muss wohl viel Kapital eingebracht haben, denn als er zwei Jahre später starb, übernahm seine Witwe, Jeanne Alexandrine Louise Pommery die Leitung der Firma, obwohl Greno noch zwei Jahre länger als Teilhaber in der Firma blieb. Bis zum Tod ihres Mannes 1858 hatte Madame Pommery sich nur um ihre beiden Kinder gekümmert: den damals 17 Jahre alten Louis und das Kleinkind Louise. Und wieder trat eine unerfahrene Frau in die Fußstapfen ihres verstorbenen Mannes und machte ihre Sache besser als er. Von 1870 bis 1871 quartierte sich während des Deutsch-Französischen Krieges Prinz zu Hohenlohe-Ingelfingen im Haus der Pommerys ein und machte es als Kommandant von Reims zu seinem Hauptquartier. Nach dem Abzug der Deutschen kaufte Madame Pommery auf der sogenannten Butte Saint-Nicaise 60 Hektar Land, um ihre Keller zu erweitern. Dieser war von 120 Crayeres oder Kreidestollen aus gallo-römischer Zeit durchzogen, die sie zu Kellern von insgesamt 19 Kilometern Länge ausbauen ließ. Über diesen Kellern errichteten Baumeister in acht Jahre dauernder Arbeit nach den eigenen Entwürfen von Madame Pommery ein riesiges Haus. Ob sie tatsächlich die Baumeister unabhängig voneinander und in Unkenntnis der Aufgaben der anderen arbeiten ließ, weiß man nicht, doch das absonderliche Konglomerat aus Türmen, Türmchen und Kuppeln, aus Ziegeln und Steinen lässt es vermuten; es wird auch behauptet, das Bauwerk sei durch die prächtigen Herrenhäuser der fünf wichtigsten Kunden von Madame Pommery in England und Schottland inspiriert. Die 1878 zur Einweihung geladenen Gäste sollen beim Anblick des Ungetüms, das aussah wie fünf verschiedene, zusammengeklebte Häuser, sprachlos gewesen sein – es war ein ebenso merkwürdiger wie prächtiger architektonischer Witz. 1879 verheiratete Madame Pommery ihre Tochter Louise mit Fürst Guy de Polignac, dessen Familie sich über vierzig Generationen und durch elf Jahrhunderte bis auf Armand I. zurückverfolgen ließ. Fürst Jules de Polignac war es, der als Premierminister eine ultraroyalistische Politik verfolgt und damit unmittelbar den Ausbruch der Julirevolution von 1830 ausgelöst hatte, weshalb er bis zu seiner Begnadigung 1836 im Gefängnis saß.

Das Champagnerhaus war bereits im 19. Jahrhundert sehr stark im Vertrieb im Vereinigten Königreich und leistete Pionierarbeit bei der Brut Dosage von Champagnern. Nachdem die Anforderung an den damaligen Kellermeister lautete, „Damas, wir brauchen einen Wein, so trocken wie möglich, aber dabei nicht steif… Er soll weich, sanft und ausgewogen sein… Achten Sie vor allem auf die Finesse.“
Diese Aussage, war in Zeiten, in denen vor allem der süße Geschmack angesagt war, eine große Herausforderung für ihren Kellermeister Olivier Damas. Erst 1874 fand sein Nachfolger, der Chef-Önologe Victor Lambert, die Antwort und kreierte den ersten „Brut“ in der Geschichte der Champagne: den Pommery Nature.
Diese Revolution brachte einen noch nie dagewesenen Erfolg mit sich: Unter dem Einfluss von Madame Pommery setzte sich dieser besondere Stil durch seine Finesse und heitere.
Klarheit durch, der bis heute vor allem im Brut Royal und der Cuvée Louise zu finden und dabei stets verschieden, stets einzigartig ist.

1979 erwarb Xavier Gardiner, bereits Eigentümer von Champagne Lanson, Pommery & Greno und wurde im Juni des folgenden Jahres Vorsitzender des Unternehmens. Kaum ein Jahr nach Eröffnung eines 2 Millionen Pfund Sterling teuren Gärkellers mit glänzenden Edelstahltanks bei Pommery verkaufte er beide Häuser an die riesige französische Lebensmittel- und Getränkegesellschaft BSN und 1990 an LVMH. Im Jahre 2002 wird Pommery Teil der Vranken Monopole Gruppe. Pommery bewirtschaftet heute ca. 250 Hektar Weinberge.
Aber der Stil des Hauses blieb dank Thierry Gasco erhalten. Pommery gehört zu den Champagnerhäusern, die am meisten Rebfläche in den Grand Cru Dörfern besitzen, aber weniger bekannt ist die Tatsache, dass ihre Lagen nicht immer die besten sind. Neben den von Champagne Pommery produzierten Traubenmaterial, stammen 70 Prozent ihrer Trauben aus Zukauf. Pommery ist ohne Zweifel ein großer Name in der Geschichte der Champagne.

Foto: © Champagne Pommery

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