Die Organisationen

Die Interessen der Winzer werden vom Syndicat Géneral des Vignerons de la Champagne Délimitée vertreten, die Interessen der Champagnerhäuser von der Union des Maisons de Champagne (UMC). Beide sind seit 1941 im staatlich kontrollierten Weinbauverband CIVC (Comité Interprofessionel du Vin du Champagne, Epernay) organisiert, der die gemeinsamen Interessen der Winzer und Häuser im wirtschaftlichen und technischen Bereich vertritt. An der Überwachung der Champagnerproduktion beteiligen sich noch weitere Stellen, das Finanzministerium, das Landwirtschaftsministerium und das Comité regional de l’INAO. Zwei weitere Organisationen unterstützen die Arbeit des CIVC, die AVC (Association Viticole Champenoise, Epernay, technische Informationen für Winzer und Häuser) und das ITC (Institut Technique de Champagne, Forschung in Weinbau und Önologie).

Am 10. Mai 1940 begann der Angriff deutscher Truppen auf Frankreich, am 12. Juni war die Champagne besetzt und am 22. Juni im nordfranzösischen Compiègne die Kapitulationsurkunde unterzeichnet. Die Champagne litt schwer unter der deutschen Besatzung. Bereits in den ersten Wochen beschlagnahmten die Besatzer zwei Millionen Flaschen Champagner. Die deutschen Behörden entsandten einen Beauftragten zur Kontrolle des Champagnerhandels, einen so genannten Weinführer, Otto Klaebusch, in einer deutschen Familie im südwestfranzösischen Cognac geboren, Handelsvertreter aus dem Rheingau und Schwager des deutschen Außenministers Joachim von Ribbentrop. Die Deutschen stellten immer höhere Forderungen und verlangten Lieferungen bis zu 500.000 Flaschen pro Woche. Im April 1941 lud Robert-Jean de Vogüé, Chef des Hauses Moët & Chandon, zur Gründung des CIVC ein. Der neue Verband sollte die gemeinsamen Interessen der Winzer und Häuser vertreten. Insbesondere wollte man gegenüber der deutschen Besatzung mit einer Stimme sprechen. De Vogüé wurde in den Vorstand gewählt. Die Gestapo verhaftete ihn am 24. November 1943 wegen des Verdachts der Zusammenarbeit mit der Resistance und verurteilte ihn zum Tod. Nach einem Streik aller Champagnerproduzenten hoben die deutschen Besatzer das Todesurteil auf. De Vogüé überlebte mit viel Glück den Aufenthalt in einem Zwangsarbeitslager.

Der CIVC ist eine finanziell unabhängige Organisation des öffentlichen Rechts, kann Verordnungen erlassen, erhält aber keine staatlichen Zuschüsse. Zu seiner Finanzierung steht ihm von jedem Kilo verkaufter Trauben und jeder verkauften Flasche ein bestimmter Betrag zu. Die Vorsitzenden des Winzerverbands und des Verbands der Häuser leiten gemeinsam die ständige Kommission. Ihre Entscheidungen müssen von dem vom Landwirtschaftsministerium ernannten Kommissar der Regierung gebilligt werden. Die beratende Kommission koordiniert die Arbeit der fünf Spezialkommissionen. Alle mit der Champagnerproduktion zusammenhängenden Aufgaben fallen in den Zuständigkeitsbereich des CIVC.

Das Hauptziel des CIVC ist die Schaffung eines Gleichgewichts zwischen Produktion und Verkauf die Sicherstellung einer gleich bleibenden Qualität sowie der Schutz der kontrollierten Herkunftsbezeichnung Champagne in Zu-ammenarbeit mit dem INAO, Öffentlichkeitsarbeit, Unterstützung der Betriebe beim Export, wirtschaftliche Studien und Statistiken (z.B. Ernteerklärungen, Registrierung der Reserve), technische Unterstützung der Mitglieder, Forschung bzw. Experimente im Weinbau (viticulture), in der Önologie (œnologie) und in der Kellertechnik (des équipements de vinification), die Bereitstellung und der Betrieb von Labors.

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