Die Klassifizierung der Weinbaugemeinden der Champagne

Die meisten Winzer der Champagne produzieren keinen eigenen Champagner, sondern verkaufen ihre Trauben an die großen Champagnerhäuser oder Genossenschaften. Je nach Qualitätspotenzial der Weinberge erzielten die Trauben dabei in der Vergangenheit unterschiedlich hohe Preise. Die Erfahrungswerte der Courtiers genannten Traubenmakler bildeten den Ausgangspunkt der Klassifizierung der Champagner-Weinberge auf einer Prozent-Skala. Sie wurde ständig verfeinert und 1911 schriftlich fixiert. Entsprechend dem Verhältnis des tatsächlichen zum maximal erzielbaren Traubenpreises wurden alle Gemeinden auf einer von 80 % bis 100 % reichenden Skala eingestuft. Zwischen den einzelnen Lagen in den Gemeinden wird hingegen – anders als etwa im Burgund – nicht weiter differenziert. In einigen Gemeinden gibt es hingegen Unterschiede in der Einstufung zwischen roten und weißen Rebsorten. Das Prozent-Verfahren zur Bestimmung der Traubenpreise wurde 1999 abgeschafft.

Die mit 100 % eingestuften Gemeinden dürfen die Bezeichnung Grand Cru führen, zwischen 90 % und 99 % gilt ein Ort als Premier Cru. Von den 357 (seit 2008, vorher 319) Weinbaugemeinden der Champagne sind 17 als Grand Cru und 43 als Premier Cru eingestuft, alle liegen im Département Marne. Stammt der Grundwein eines Champagner ausschließlich aus Grand-Cru bzw. Premier-Cru-Gemeinden, so darf dies jeweils auf dem Etikett vermerkt werden.

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