Die Chablis-Erziehung

Chablis-ErziehungDas Chablis-System wurde im 19.Jahrhundert im nordburgundischen Chablisgebiet entwickelt. Mindestens 90 Prozent aller Chardonnay-Reben in der Champagne werden nach dieser Methode erzogen. Jede Fruchtrute darf höchstens 4 Triebe haben. Das heißt jedoch, dass man beim Chardonnay für 4 Triebe 5 Augen braucht, da das erste Auge am Holz dieser Rebsorte unfruchtbar ist. Es können 3, 4 oder 5 Fruchtruten in jeweils jährlichem Abstand kultiviert werden. Das bedeutet, dass eine dreijährige Rebpflanze (das Mindestalter für AOC-Champagner) 3 Fruchtruten hat und eine vierjährige 4, es sei denn, der Winzer beschließt aus irgendeinem Grund, weniger Ruten zu kultivieren als er dürfte.
Der räumliche Abstand zwischen den einzelnen Reben in einer Reihe entscheidet über die Lebensdauer der Hauptruten. Jedes Mal, wenn eine die Nachbarpflanze erreicht, wird sie entfernt und eine neue herangezogen. In der Abbildung wird die älteste Rute (c) bald bis auf den Rebstamm zurückgeschnitten werden. Man kann erkennen, dass der Winzer beschlossen hat, vorsorglich eine weitere Rute (b) heranzuziehen. Gleichzeitig darf sich eine dritte Rute (a) entwickeln, doch sie wird zurückgeschnitten, bis man sie braucht. Sollte eine Hauptrute aus irgendeinem Grund abbrechen (etwa durch Weinbergsmaschinen), darf man einen benachbarten Trieb der nächsten Rute umleiten, um die Lücke zu füllen.

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