Die Abfüllung

Die Förderung der Mischung aus Cuvée, Zuckerlösung, Hefelösung und weiteren Zugaben zur Füllstation erfolgt aus dem Vorratstank mittels einer Pumpe. In der nachfolgenden Station positioniert eine automatische Vorrichtung das Bidule im Flaschenhals und befestigt die Kronkapsel. Die Bidules und Kronkapseln werden aus über der Station angebrachten Vorratsbehältern zugeführt. Das Bidule (le bidule, Dingsda), ein zylinderförmiges, umgestülptes Töpfchen aus Plastik, ähnelt einem Fingerhut. Es dichtet – zusätzlich zur Kronkapsel – die Flasche ab, lässt aber einen geringfügigen Sauerstoffaustausch zu. Im Bidule lagern sich beim späteren Rütteln die Rückstände der Flaschengärung ab (das Depot). Am Ausgang der Station sammeln sich die Flaschen auf einem Verteilertisch. Vier Personen sind mit der Entnahme der Flaschen und der waagrechten Lagerung beschäftigt. Bei einer Kellertemperatur von 10 bis 12 °C bleiben die Flaschen bis zum Degorgieren gelagert. Bei höheren Temperaturen würde die Gärung zu schnell verlaufen.

Der Maschinenführer bedient und überwacht die Stationen. Die beschriebene Anlage verarbeitet 5.000 Flaschen pro Stunde, viel Arbeit für die Personen am Förderband. Für die Abfüllung einer Jahresproduktion von 70.000 bis 80.000 Flaschen werden zwei Tage benötigt. Am Tag vor der Tirage erfolgt die Herstellung einer homogenen Mischung aus Cuvée und Zuckerlösung durch Umrühren und am Tag der Tirage die Zugabe der vorbereiteten Hefelösung sowie der Rüttelhilfen. Als Rüttelhilfe kommt eine Lösung zum Einsatz, die Bentonit und Phosphat enthält. Das Füllen der Flaschen ist nicht vor dem 1. Januar nach der Weinlese erlaubt.

In der Champagne kommen praktisch nur noch Kronkapseln (les capsules de tirage) aus Aluminium mit einer Kunststoffdichtung an der Unterseite zum Einsatz (la capsule couronne à joint synthétique). Früher waren es Kronkapseln mit einer Korkdichtung (la capsule couronne à joint liège). Die Kronkapsel wird am oberen Ring des Flaschenhalses (la rase-bague) fixiert und ist in Kombination mit dem Bidule (bzw. obturateur, Verschlußkappe aus Polyethylen) für die Lagerung auf der Hefe und das Degorgieren besonders geeignet: keine Flüssigkeitsverluste, eine konlrollierte Sauerstoffdiffusion durch den Verschluss, eine homogene Entwicklung des Champagners in allen Flaschen und ein gerichteter und vollständiger Ausstoß des Depots beim Degorgieren, d.h. keine Trübung des Champagners. Für siebzehn im Jahr 2008 auf dem Markt erhältliche Kronkapseln mit Kunststoffdichtung ergaben Messungen CO2-Verluste von: 0,09 bis 0,69 cm CO2/Tag. Hohe CO2-Verluste korrelieren mit hohen O2-Einströmraten und umgekehrt (die O2-Einströmraten liegen allerdings bei ca. 0,002 cm3 O2/Tag, d.h. sind wesentlich kleiner als die CO2-Verluste). Dabei bestimmt der Typ der Kronkapsel die Menge des CO2 Verlustes bzw. des einströmenden Sauerstoffs und damit die Entwicklung des Champagners während der Lagerung. Einige seltene Cuvées werden verkorkt und mit einer Agraffe gesichert (une agrafe, Spange, Klammer).

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