Der Korken

Einerseits soll der Korken trotz des Überdrucks fest im Flaschenhals sitzen. Andererseits muss es möglich sein, die Flasche mit mäßiger Kraftanstrengung zu öffnen. Bei Champagnerflaschen finden, abgesehen von den Kronkapseln für die Flaschengärung, nur Naturkorken Verwendung. Das Rohmaterial für die Produktion der Korken liefern zum großen Teil portugiesische Korkeichen. Aus Mangel an geeignetem Rohmaterial presst man aus gemahlenem Kork bzw. aus Korkgranulat mit Hilfe eines geruchsffeien Klebers zylindrische Stangen, schneidet sie stückweise auf Korklänge ab (5 cm Länge, 3 cm Durchmesser) und klebt auf die mit dem Champagner in Berührung kommende Seite zwei bis drei Scheiben von sehr guter Korkqualität (als Barriere für Wein und Kohlendioxid). Danach wird der Korken geschliffen und die Oberfläche zur Erhöhung der Dichtigkeit mit Paraffin behandelt. Stellvertretend für die AOC Champagne steht auf der Unterseite des Korkens der Schriftzug Champagne, bei einem Jahrgangschampagner optional auch die Jahreszahl. Häufig sieht man auch einen Stern mit 5 Strahlen, eine Widmung an den Kometen, der 1811 während einer außergewöhnlichen Ernte erschien (le vin de la comète). Beim Einsetzen des Korkens verringert sich sein Durchmesser im Bereich des Flaschenhalses auf 17,5 mm. Im oberen Teil nimmt der Korken eine pilzartige Form an, und er wird insgesamt kürzer.

Ursprünglich verwendete man ölgetränkte Hanfballen, dann bis ins 17. Jahrhundert Holzkeile, so genannte „broquelet“, und zur Abdichtung der Keile mit Talg behandelten Hanf. Eine Verbesserung brachte die Einführung von mit Hanfschnüren gesicherten Korken, in der Champagne um 1665. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ersetzte man die Schnüre durch Eisendraht oder ein Drahtgeflecht (Agraffe). Eisendraht und Drahtgeflecht blieben bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts parallel in Gebrauch. Schließlich kam man auf die Idee, eine Schlinge in das Drahtgeflecht zu drehen. Nun lies sich die Agraffe ohne Zange entfernen. Das zuletzt eingeführte Metallplättchen (plaque) verhinderte das Einschneiden des Drahts in den Korken.

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