Der Countdown für die Lese 2015 läuft

Billecart Salmon VendangeIm Moment passiert nicht viel in den Weinbergen in der Champagne, weil August ist, in diesem Monat fahren die Franzosen gewohnheitsgemäß in den Urlaub, so auch die Champenois.
Man vergnügt sich an Stränden, den Bergen oder auf Wanderungen, in den letzten 5 bis 6 Wochen vor beginn der Lese reifen die Trauben unter der warmen Sonne und davon hatten wir sehr viel in diesem Jahr.
Die Hitze war nicht so intensiv und ausdauernd wie 2003, als viele Trauben unter „Sonnenbrand“ litten, aber es war ein schöner Sommer allerdings mit zu wenig Regen. Der Mangel an Regen ist nicht Ideal für die Weintrauben, Regen wird einfach benötigt, im Moment sind die Trauben sehr klein und die Winzer drücken die Daumen, dass in den nächsten Wochen noch ein paar Regengüsse kommen werden.
In ein paar Wochen beginnt auch schon die Veraison, das bedeutet das die Trauben sich verfärben, im Moment sind sowohl die roten und weißen Rebsorten grün. Während der Veraison werden auch die Trauben weich und der Säuregehalt senkt sich und der Zuckergehalt steigt deutlich.
Viele nehmen an, dass die heißen Tage und das sonnige Wetter zwangsläufig zu einem hervorragenden Jahrgang führen, aber das ist nicht unbedingt der Fall. Der Sonnenschein erhöht natürlich den Zuckergehalt in den Trauben, was gut ist, in Jahren in denen auch genug Säure gebildet werden kann. In diesem Jahr ist der Säuregehalt bisher gering, im Zusammenspiel mit dem prognostizierten hohen Zuckergehalt, wird der Wein dann allerdings unbalanciert, denn ohne das Zusammenspiel mit der Säure wird der Wein langweilig.
Um den Zucker- und Säurespiegel in den nächsten Wochen im Auge zu behalten wird mit einem System namens Réseau Matu gearbeitet. Dabei wählt jede Gemeinde eine kleine Gruppe von Winzern, die zu Beginn wöchentlich und dann später täglich Beeren entnehmen, um den Zucker- und Säuregehalt zu analysieren und den genauen Lesezeitpunkt festzulegen.
Idealerweise wird die Lese so lange wie möglich herausgezögert, um das Perfekte Verhältnis zwischen Zucker und Säure zu erhalten. Dies macht allerdings nicht jedes Jahr Sinn, Faktoren wie die Gesundheit der Trauben und die Witterungsbedingungen der nächsten Tage müssen auch berücksichtigt werden. Jeder Winzer muss selber für sich den perfekten Lesezeitpunkt festlegen, um die gewünschte Balance zu finden, weil noch länger zu warten, manchmal zu viel des Guten ist und der Höhepunkt überschritten wurde.
Es ist somit eine der kritischsten Phasen des Jahres, da Sie das Fundament für die weitere Entwicklung des Champagners bildet.

Foto: © rdvartsculinaires.com

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