Chardonnay

Das relativ runde, fünßappige Blatt des Chardonnay.

Das relativ runde, fünßappige Blatt des Chardonnay.

Chardonnay ist das edle Gewächs, aus dem einige der besten trockenen Weißweine der Welt hergestellt werden, vor allem in Burgund. Berühmte Namen von Grands Crus wie Corton-Charlemagne oder Montrachet beschwören Bilder von leuchtend goldenen Weinen mit überwältigendem Geschmacksreichtum herauf, dass einem das Wasser im Mund zusammenläuft. Durch das kältere Klima der Marne und das Mousseux entsteht in der Champagne ein wesentlich schlanker wirkender Wein. Der Chardonnay ist eine wuchsfreudige Sorte, die früh Knospen treibt, wodurch sie frostanfällig ist, aber sie reift auch in diesem nördlichen Gebiet frühzeitig genug. Sie ist besonders frostbeständig und recht immun gegen Peronospora (Falscher Mehltau), dafür jedoch leichter anfällig für Grauschimmel (Botrytis) und Echten Mehltau (Oidium).

Chardonnay-Reben sind an der matten, gelbbraunen Farbe ihrer Triebe zu erkennen, die deutlich Flaum aufweisen und dunklere Knoten (Nodien) besitzen (die Stelle, an der die Knospen heraustreten), ihren Blättern mit leicht blasiger Oberfläche, deren Ränder dazu neigen, sich nach oben aufzurollen (einige Rebsorten rollen sich nach unten oder überhaupt nicht) und den dichtbesetzten kompakten Trauben mit kleinen, runden, gelb- bis ambrafarbigen Beeren.
Chardonnay-Weine haben insgesamt deutlich weniger Körper als die aus Pinot Noir gekelterten und zeichnen sich durch einen höheren natürlichen Säuregehalt und ein feineres Bukett aus. In den frühen Phasen der Reife kann ein reiner Chardonnay-Champagner (das heißt, ein Blanc de Blancs) unauffällig erscheinen und einen gewissen „stählernen“ Charakter aufweisen, den enttäuschenden Geschmack eines unentwickelten und unharmonischen Extrakts. Potentiell ist der Chardonnay jedoch der langlebigste aller Champagner, und ein guter Blanc de Blancs, dem man Zeit zur vollen Reife lässt, erreicht eine unvergleichliche Geschmacksintensität.

Nach einer harten, buchstäblich geschmacksarmen Jugend entwickelt sich ein spritzig-herber, nahezu zitrusähnlicher Ton, ohne an Zartheit und Finesse einzubüßen, für die die Blanc de Blancs so berühmt sind. Mancher genießt die Frische und Lebendigkeit eines jungen Chardonnay-Champagners, während andere eine gewisse Reife bevorzugen. Ist der Leser von dem einen enttäuscht worden, sollte er den anderen probieren.
Diese und die folgenden Aufzählungen enthalten auch falsche Synonyme, die in weniger gut informierten Zeiten zu irrtümlichen Identifizierungen geführt haben. Bei vielen Namen handelt es sich um lokal beschränkte Klone.

Alte und zeitgenössische Synonyme: Arnaison Blanc; Arnaison; Arvosier; Aubaine; Auvernat Blanc; Auscerois; Auscerois Blanc; Auxois Blanc; Beaunois; Blanc de Cramant; Chardennet; Chaudenay; Chaudenet; Epinette Blanche; Feiner Weißer Burgunder; Gamay Blanc; Luisant; Maconnais; Melon Blanc; Melon d’Arbois; Morillon Blanc; Moulon; Muscadet; Noiren Blanc; Petit Chatey; Petite Sainte-Marie; Pinot Blanc; Pinot Blanc Chardonnay; Pinot Chardonnay; Plant de Tonnerre; Rousseau; Roussot; Weißer Clevner; White Pinot.

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