Aÿ


AY

  • Einwohner: 4.058 (2012)
  • Lage: 3 Kilometer östlich von Epernay an der D201, am Fuß der Südhänge des Reimser Berglands am rechten Flußufer im Marnetal.
  • Bestockte Rebfläche: 367 Hektar
  • Rebsorten:
    • Chardonnay: 30,8 Hektar (8,4 Prozent der Anbaufläche)
    • Pinot Noir: 325,4 Hektar (88,7 Prozent der Anbaufläche)
    • Pinot Meunier: 10,2 Hektar (2,8 Prozent der Anbaufläche)

Die Weinberge von Aÿ erstrecken sich hinter der Ortschaft auf der Seite von Mutigny recht steil bis zu einer Höhe von 200 Metern. Die Rebflächen befinden sich oberhalb eines nordsüdlich verlaufenden Tales, auf dessen anderer Seite ein 170 Meter hoher, rebenbewachsener Sporn sich bis an den Nordwestrand des Ortes hinunterzieht. Hinter diesem Sporn dehnen die Weinberge sich noch weitere 2 Kilometer in Richtung Dizy aus. Die edelsten Gewächse von Aÿ gedeihen jedoch in einer vielschichtigen Landschaft auf Hängen, Mulden und Tälern unmittelbar hinter dem Ort. In dem winzigen Tal, das sich bis zum Bois de Charlefontaine erstreckt, schaffen die Hänge ein einzigartiges Mikroklima, das im Verein mit dem Dorf selbst die Reben vor den Hauptwinden schützt und die Sonne einfängt. In der Mitte der Südwesthänge dieses gesegneten Tals liegt die berühmte „Côte aux Enfants“, ein einzelner Weinberg mit außergewöhnlicher Qualität. Es ist zwar möglich, eine Probe von reinem rotem „Côte aux Enfants“ zu erhalten, der von Bollinger hergestellt wird und in kleinen Eichenfässern reift, doch ist die Menge des bereiteten Weins stets gering und dieser daher schwer erhältlich. Auf halbem Wege der 2 Kilometer langen Weinberge in Richtung Dizy brechen die Konturen sich plötzlich, und es ergibt sich eine reine Südlage. Eine der berühmtesten Einzellagen dieses Gebietes ist „Le Léon“, genannt nach Papst Leo dem Prächtigen, der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts Weine von hier bezog.
Henry Vizetelly schreibt in seiner „History of Champagne“ (1882), der Boden von Aÿ verleihe dem Wein ein „zartes Pfirsichbukett“, doch da, wie er selbst überliefert, aus einem anonymen geht, das Geheimnis des Dom Pérignon habe darin bestanden, jedem Faß Wein 5 entsteinte Pfirsiche beizugeben, darf die Ursache eines so exotischen Geschmacks bezweifelt werden. Zwar ist es unwahrscheinlich, daß Dom Perignon selbst sich solcher Methoden bediente, doch daß andere es taten, ist durchaus glaubhaft. Monsieur Boudin von Perrier Jouet erzählte, „früher“ habe der Pinot Noir von Aÿ einen „goût de terroir“ gehabt, der aber, wie ich voller Freude mitteilen kann, sich seither „verloren“ hat.
Aÿ-Champagner zeichnen sich durch unglaubliche Finesse und Stil sowie durch einen guten Alkoholgehalt und eine Kräftigkeit aus, die man bei der Zartheit seines Buketts und seinem weinig bis saftigen Geschmack eigentlich nicht erwartet.

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