Auch mit TTIP bleibt die Ursprungsbezeichnung Champagne unangetastet

Ursprungsbezeichnung
Ein besserer Schutz für regionale Spezialitäten ist Teil des TTIP-Verhandlungsmandats, das die Mitgliedsstaaten der Kommission erteilt haben: „Die Verhandlungen zielen darauf ab, durch das Abkommen für einen besseren Schutz und eine stärkere Anerkennung der geografischen Angaben der EU zu sorgen“, heißt es darin.
Der Schutz geografischer Bezeichnungen ist somit eine der Prioritäten bei den Verhandlungen mit den USA. Dabei geht es um den Schutz europäischen geistigen Eigentums. Als solche sind die geografischen Bezeichnungen zu werten. Es geht nicht darum, die Qualitäts- und Schutzstandards in Europa abzusenken, sondern im Gegenteil den Schutz europäischer regionaler Spezialitäten auch im amerikanischen Markt auszudehnen.
In den letzten Jahren war die EU sehr erfolgreich, einen solchen erhöhten Schutz für hunderte von geografischen Bezeichnungen zu erreichen – z.B. für Champagner, der nur aus der Champagne kommen darf, Parmaschinken, der aus der Region Parma stammen muss, oder Lübecker Marzipan, der eben aus Lübeck zu sein hat. Diesen erhöhten Schutz hat die EU zum Beispiel in Handelsabkommen mit Kanada, Korea und Singapur durchgesetzt. Die EU hat auch in einem eigenständigen Abkommen mit China den Schutz von Ursprungsbezeichnungen festgeschrieben.

EU hat drei Gütezeichen für Lebensmittel

Die Europäische Union schützt hochwertige landwirtschaftliche Erzeugnisse und Lebensmittel durch drei Gütezeichen: g.U. (geschützte Ursprungsbezeichnung), g.g.A. (geschützte geografische Angabe und g.t.S. (garantiert tradionelle Spezialität).
Mit einer „geschützten Ursprungsbezeichnung“ bürgt ein Hersteller dafür, dass die Erzeugung, Verarbeitung und Herstellung eines Erzeugnisses in einem bestimmten geografischen Gebiet nach einem anerkannten und festgelegten Verfahren erfolgt (beispielsweise Altenburger Ziegekäse g.U. oder Allgäuer Emmentaler g.U.).
Eine „geschützte geografische Angabe“ bestätigt die enge Verbindung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Lebensmittel mit dem Herkunftsgebiet. Mindestens eine der Produktionsstufen – also Erzeugung, Verarbeitung oder Herstellung – wird im Herkunftsgebiet durchlaufen (z.B. Fränkischer Spargel g.g.A., Spreewälder Gurken g.g.A. oder Dresdner Stollen g.g.A.).
Das Gütesiegel „garantiert traditionelle Spezialität“ bestätigt die traditionelle Zusammensetzung eines Erzeugnisses oder ein traditionelles Herstellungs- und/oder Verarbeitungsverfahren.

Foto: Kommission der Europäischen Gemeinschaft
Quelle: Kommission der Europäischen Gemeinschaft

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